Kanalgeschichten

Attraktive Boilies gibt es mittlerweile in den verschiedensten Varianten. Oft handelt es sich um wilde Kreationen, vollgestopft mit diversen Attraktoren welche eine hohe Qualität suggerieren sollen. Ob dies nötig ist halte ich für fragwürdig, was jedoch klar ist, es gibt Boilies, welche durch Ihre Zutatenzusammenstellung besser funktionieren als andere.

Als ich zum ersten mal eine Tüte des Active Plum aufriss fühlte ich mich schlagartig in die Jahre versetzt in denen auch ich einen Pflaumenflavour ausprobierte. Damals gefiel mir schon die Exklusivität dieses Geruchs und Geschmacks. Ich kannte niemanden der etwas vergleichbares in seiner Angelei nutzte und jedem dem ich davon erzählte rümpfte nur fragwürdig die Nase. Pflaume??? Ne Danke... 

Mein damaliger Quicko/ Robin Red mix ergänzte sich perfekt mit diesem süss- fruchtigen Duft. Nur ganz kurz: Dieser Boilie schlug bei meinen ersten Kanalversuchen in Holland und Deutschland ein wie eine Bombe!

Somit war für mich klar das meine ersten Versuche mit Ködern aus dem Hause HZ Bait mit dieser intensiven roten Kugel stattfinden sollten. Weiterhin wusste ich aus der Vergangenheit wie wirksam weisse Pop-Ups an meinem Dortmunder Kanalstück funktionierten. Auch hier hatte Andreas Ulrich mit seinem Team etwas passendes am Start, den Active Glow. Ein reinweißer Bodenköder, abgerundet mit einem klassischen Anisduft. Dieser Flavour ist in den letzten Jahren zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten obwohl er schon früher für gute Fänge stand und selbst unsere Großväter schon mit diesem Aroma herum tüftelten.

Mein Plan war nun folgender: Die Basis bildete der rote und gut arbeitende Active Plum, als zusätzliches Highlight wurde etwa ein Drittel des Glow`s untergemischt.

Als der Kanal in diesem Frühjahr zweistellige Wassertemperaturen erreichte versenkte ich die ersten Hände dieser Mischung in 16mm im oft sehr klaren Kanalwasser. An Wochenenden fahren dort kaum Schiffe und somit ist es an einigen Tagen möglich den Gewässergrund deutlich zu erkennen. Ein Phänomen welches seit Jahren dieses Kanalstück von den meisten anderen unterscheidet und die Fischerei nicht einfacher werden lässt. Die roten Plum´s waren in dem ca. 4m tiefen Wasser eindeutig zu sehen und die weissen Glow´s leuchteten förmlich auf dem dunklen Gewässergrund.

Nun bin ich niemand der an den totalen Wunderköder glaubt und auch nicht mit übertriebenen Fanggeschichten auftrumpft. Ich war kritisch aber gespannt was die ersten Ansitze bringen würden. Eins war jedoch zu diesem Zeitpunkt schon sicher, ich hatte kleine, attraktive Boilies im Rennen die durch ihre Zusammensetzung und ihren Fischmehlanteil auch den passenden Nährwert brachten.

Fazit: In mehreren spontanen Sessions zwischen April und Juli fing ich, oft auch ohne vorheriges Anfüttern, einige Karpfen. Waren Fische vor Ort , fraßen sie die Köder ohne große Scheu, egal ob rot oder weiß. Der optische Reiz des Glow, sowie der runde Geschmack des Plum hatten das ein oder andere mal sicher Ihre Finger im Spiel wenn es instant um einen schnellen Biss ging.



Sven Ihne

Kommentar schreiben

Kommentare: 0