- Zurück zum Sinn -

@Benjamin Schmidt

Ausgelaugt vom Alltag. Stress und Hektik zählen zu unserer heutigen Gesellschaft leider und immer mehr zur Normalität. Mich nicht ausgeschlossen. Meine Gedanken sind oft nicht am Wasser, da wo sie eigentlich gerne sind und oft hin gehören. Von den Medien lassen wir uns schnell lenken, alles scheint dort zum Greifen so nah zu sein. Mit Fischen über 25 oder sogar 30 Kilo, die anscheinend wie von alleine in unsere Kescher schwimmen. Wir verlieren aus den Augen, warum wir tagelang oder Wochen im Jahr am Wasser sitzen. Ich selber merkte vor zwei Jahren,  dass ich wie besessen war und unbedingt fangen musste. Es gab kaum noch Freude  über kleinere Fische mehr, weil die Enttäuschung zu groß war, dass es nicht der erhoffte 20 Kilo Fisch war. Doch damit muss Schluss sein…

 

Ich verbrachte dieses Jahr wieder drei  Wochen mit meinem Kumpel Rene und seiner Freundin im Süden Frankreichs, wo wir uns versprachen alles ganz entspannt angehen zu lassen. Einfach los fahren, nix festes, nur eine Richtung wo wir uns nieder lassen wollten. Wir landeten an einem wunderschönen See mitten in den Bergen, alles schien perfekt zu sein. Wir befischten alle Bereiche, die für uns interessant erschienen und konnten schnell die ersten Fische fangen.

 

 

 

 

Zum Teil lief Fisch auf Fisch und schon entwickelte sich bei mir wieder der Drang auf einen 20+ Fisch. Doch muss ich unbedingt diesen Dicken fangen? Habe ich nicht schon genug schöne Karpfen all die Jahre überlisten können? Wir lebten in den Tag hinein, verbrachten nun schon fast eine Woche an diesem wunderschönen See.

 

 

 

Mit der Zeit war das Angeln schon Nebensache geworden und ich genoss einfach die Freiheit. Auch musste ich nicht immer vier Ruten im Wasser haben, konnte zum ersten Mal seit Jahren den „Stock“ nach einem Biss einfach in die Ecke stellen. Herrlich! Meine Gelassenheit  zahlte sich aus. Merkten es etwa auch die Fische? So landete unter anderem dieser wunderschöne Spiegler auf meiner Matte.

 

 

 

Die nächsten Tage waren einfach nur traumhaft, wir lebten wie die Könige, spürten wie sich unsere Akkus wieder füllten und  beschlossen, dass wir einfach an diesem See bleiben. Aus einem einfachen Grund: wir hatten alles was wir wollten!

 

 

Mir war nicht mehr wichtig, dass die Fische größer werden müssen. Ich war endlich wieder an dem Punkt,  an dem ich spürte, warum ich eigentlich am Wasser bin.

 

 

Wir gönnten uns jeden Abend unter Sternenhimmel  lecken Wein und ließen den Tag gemütlich ausklingen. In den nächsten Tagen und Nächten ist noch der ein oder andere Fisch auf unseren Plätzen vorbei gekommen.

 

 

Ich stellte meine Angelei nicht um und war gelassen. Sofern noch ein Fisch aus dem alten Bestand kommen sollte, wird es ggf. passieren – oder auch nicht.

 

 

So vergingen auch die letzten Tage an diesem See wie im Fluge. Und zum Abschluss wurden wir dann doch noch mit einem fantastischen Fisch am letzten Abend belohnt.

 

 

 

Wir wollen immer noch größere, noch schwerere Fische. Allen zeigen, dass man der perfekte Angler ist. Doch lasst es einfach auf euch zukommen. Ich habe meinen Weg wieder gefunden, zurück zum Sinn. Die Zeit am Wasser genießen, denn es sind die Eindrücke und Momente, welche unser Hobby ausmachen und für immer bleiben.

 

 

 

 

 

Viele Grüße,

 

Benny

 

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